Cronbachs Alpha interpretieren und berichten
Cronbachs Alpha misst, wie einheitlich die Items einer Skala dasselbe Merkmal erfassen. Die Kennzahl liegt zwischen 0 und 1 und steigt mit der mittleren Korrelation der Items und mit ihrer Anzahl.
Richtwerte
| Alpha | Einschätzung |
|---|---|
| ab 0,90 | exzellent; bei sehr hohen Werten prüfen, ob Items inhaltlich doppelt sind |
| 0,80 bis 0,89 | gut |
| 0,70 bis 0,79 | akzeptabel, für Abschlussarbeiten üblich |
| 0,60 bis 0,69 | fragwürdig; bei neuen Skalen mit wenigen Items noch vertretbar, mit Begründung |
| unter 0,60 | unzureichend; Skala überarbeiten oder Items einzeln auswerten |
Umgepolte Items
Enthält eine Skala negativ formulierte Items („Ich fühle mich bei der Arbeit selten erschöpft“), müssen diese vor der Berechnung umgepolt werden, sonst fällt Alpha deutlich zu niedrig aus oder wird sogar negativ. Umpolen heißt bei einer Skala von 1 bis 5: neuer Wert = 6 − alter Wert. Ein Blick auf die Trennschärfen (korrigierte Item-Skala-Korrelationen) zeigt vergessene Umpolungen sofort: Der Wert ist dann negativ.
Was berichtet wird
Je Skala die Anzahl der Items, Alpha und, wenn Items entfernt wurden, der Grund. Beispiel: „Die Skala Arbeitszufriedenheit (fünf Items) erreichte eine gute interne Konsistenz, α = 0,84. Item AZ3 wurde wegen einer Trennschärfe von 0,12 ausgeschlossen; Alpha der verbleibenden vier Items: 0,87.“
Grenzen
Alpha ist kein Maß für Eindimensionalität. Eine Skala mit zwei Teilbereichen kann ein hohes Alpha haben. Alpha hängt außerdem von der Itemzahl ab: Zwanzig schwach zusammenhängende Items erreichen leicht 0,80. Für kurze Skalen mit zwei oder drei Items sind Werte um 0,65 kein Mangel der Studie.
Was Thesis Analyzer daraus macht
Thesis Analyzer erkennt Skalen anhand der Fragebogenstruktur, berechnet Alpha und Trennschärfen im Blatt Reliabilität, polt negativ korrelierende Items automatisch um und vermerkt das im Blatt Kodierung, damit die Entscheidung nachvollziehbar bleibt.
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