Mann-Whitney-U-Test in der Abschlussarbeit berichten
Der Mann-Whitney-U-Test vergleicht zwei unabhängige Gruppen, wenn die Voraussetzungen des t-Tests nicht erfüllt sind: bei ordinalen Daten wie einzelnen Likert-Items, bei deutlich schiefen Verteilungen oder bei sehr kleinen Gruppen. Er prüft, ob die Werte der einen Gruppe systematisch höher liegen als die der anderen.
Wann der Test passt
- Zwei Gruppen, zum Beispiel Frauen und Männer oder zwei Abteilungen.
- Abhängige Variable mindestens ordinal, etwa ein einzelnes Item mit fünf Stufen.
- Keine Normalverteilung nötig. Bei metrischen Daten mit mindestens dreißig Fällen je Gruppe ist der Welch-t-Test meist die bessere Wahl, weil er mehr Teststärke hat.
Was berichtet wird
Berichtet werden die Gruppengrößen, die Mediane oder mittleren Ränge beider Gruppen, die Teststatistik U, der standardisierte Wert z, der exakte p-Wert und die Effektstärke r = |z| / √N. Bei Bindungen, also gleichen Werten in beiden Gruppen, muss die Varianz der Teststatistik korrigiert werden; SPSS und die Auswertung von Thesis Analyzer tun das automatisch, viele Online-Rechner nicht.
Beispielsatz für den Ergebnisteil
„Die Zufriedenheit mit der Führungskraft unterschied sich zwischen Beschäftigten im Homeoffice (Mdn = 4, n = 68) und im Büro (Mdn = 3, n = 82) signifikant, U = 2.104,5, z = −2,87, p = 0,004, r = 0,23. Der Effekt ist klein bis mittel.“
Häufige Fehler
- Mittelwerte statt Mediane berichten. Der Test vergleicht Rangplätze, deshalb gehören Mediane oder mittlere Ränge in den Text.
- p = 0,000 schreiben. Richtig ist p < 0,001.
- Die Effektstärke weglassen. Ohne r lässt sich die Bedeutung eines signifikanten Ergebnisses nicht einschätzen; Richtwerte nach Cohen: 0,10 klein, 0,30 mittel, 0,50 groß.
- Den Test bei abhängigen Stichproben einsetzen. Für Vorher-Nachher-Vergleiche derselben Personen ist der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test zuständig.
Was Thesis Analyzer daraus macht
Thesis Analyzer wählt den Test anhand von Skalenniveau, Verteilung und Gruppengröße, rechnet U, z, p und r mit Bindungskorrektur, schreibt die Formeln in das Excel-Blatt der Hypothese und formuliert den Ergebnissatz. Die SPSS-Syntax liefert dieselben Zahlen.
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