Thesis AnalyzerWissen für die Abschlussarbeit

Stand 17.10.2026 · Alle Themen

t-Test oder Mann-Whitney-U-Test: welcher Test passt

Für den Vergleich zweier unabhängiger Gruppen stehen drei Verfahren zur Wahl: der klassische t-Test, der Welch-t-Test und der Mann-Whitney-U-Test. Die Entscheidung hängt vom Skalenniveau, von der Verteilung und von der Gruppengröße ab.

Entscheidung in vier Schritten

  1. Skalenniveau. Ist die abhängige Variable ein Skalenwert aus mehreren Items oder eine metrische Größe wie Alter oder Gehalt, kommen t-Tests infrage. Ist sie ein einzelnes Likert-Item oder eine Rangfolge, ist der Mann-Whitney-U-Test vorzuziehen.
  2. Gruppengröße. Ab etwa dreißig Fällen je Gruppe ist der t-Test robust gegen Abweichungen von der Normalverteilung. Unter zwanzig Fällen je Gruppe und deutlicher Schiefe ist der U-Test sicherer.
  3. Varianzgleichheit. Der Welch-t-Test setzt keine gleichen Varianzen voraus und verliert bei gleichen Varianzen kaum Teststärke. Er ist deshalb heute die Standardwahl; der Levene-Test muss dafür nicht mehr zwingend berichtet werden, viele Betreuende erwarten ihn aber weiterhin.
  4. Ausreißer. Einzelne extreme Werte verzerren Mittelwerte stark. Sind sie plausibel und gehören zur Population, hilft der U-Test; sind es Eingabefehler, werden sie bereinigt.

Was in den Methodenteil gehört

Ein Satz zur Regel, nach der entschieden wurde, zum Beispiel: „Gruppenunterschiede bei metrischen Variablen wurden mit dem Welch-t-Test geprüft, der keine Varianzgleichheit voraussetzt; bei einzelnen ordinalen Items kam der Mann-Whitney-U-Test zum Einsatz. Das Signifikanzniveau lag bei 5 Prozent, alle Tests wurden zweiseitig durchgeführt.“

Was in den Ergebnisteil gehört

t-Test: Mittelwerte und Standardabweichungen beider Gruppen, t, Freiheitsgrade (beim Welch-Test mit Dezimalstellen), p und Cohens d. U-Test: Mediane, U, z, p und r. In beiden Fällen ein Satz zur Richtung des Unterschieds und zur praktischen Bedeutung.

Was Thesis Analyzer daraus macht

Thesis Analyzer trifft die Wahl nach genau diesen Regeln, nennt die Begründung im Rechenmaterial, berichtet Levene-Test, Welch-t oder U-Test mit Effektstärke und legt für jede Hypothese ein Excel-Blatt mit den Formeln an.

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